Bremerhaven


"Deutsches
Auswandererhaus"


 Deutsches Auswandererhaus in Bremerhaven, Freizeit Bremerhaven
Deutsches Auswandererhaus in Bremerhaven Columbusstraße 65 27568 Bremerhaven Tel.: 0471 90220-0

"European Museum
of the Year 2007"

Sonderausstellung:
"Nach Buenos Aires!"
Deutsche Auswanderer und Flüchtlinge im 20. Jahrhundert







11938

"Deutsches Auswandererhaus"

Von 1830 bis 1974 wanderten über Bremerhaven insgesamt 7,2 Millionen Menschen aus, 3,4 Millionen kamen davon aus Osteuropa. In Kanada, den USA, Brasilien, Argentinien und Australien wollten sie eine neue Existenz aufzubauen.
Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven, im letzten Jahr zum "European Museum of the Year" gekürt, präsentiert die Geschichte der Auswanderer lebendig und spannend und am historischen Ort: am Neuen Hafen. Hier begann bis 1890 für 1,2 Millionen Menschen das Abenteuer "Neue Welt".

Traum vom besseren Leben

Im Wartesaal beginnt für die Auswanderer der Traum vom besseren Leben. Angesichts steigender Auswandererzahlen entschloss sich der Norddeutsche Lloyd 1869 zum Bau der Wartehalle (heute das Gelände vom Zoo am Meer), um den Menschen mehr Schutz zu geben. Hier drin hat wenigstens ein eiserner Kanonenofen ein bisschen gewärmt. Vorher mussten sie bei Wind und Wetter draußen ausharren, bis sie an Bord gehen konnten.

Auswanderer aus ganz Europa

In der kargen Wartehalle im Deutschen Auswandererhaus beginnt der Rundgang. Hier werden die Besucher eingestimmt auf die Abfahrt, hier warnt die Polizeidirektion vor Taschendieben und Bauernfängern. Über eine steile Treppe gelangt man zur Kaje.
Im hohen, dämmrigen Raum voller realer Geräusche stehen die Auswanderer dicht gedrängt, lebensgroße Puppen in Mantel, Schals und wollenen Tüchern. Sie tragen die typische Kleidung der jeweiligen Auswandererepoche und kommen aus ganz Europa - neben sich Überseekisten, Körbe, Taschen und Koffer. Vor sich die mächtige Bordwand des Dampfschiffs.

Vor der Abfahrt

Der Passagierdampfer "Bremen" steht kurz vor der Abfahrt. Bunte Luftschlangen wehen im Wind: Das eine Ende halten an der Reling lehnende Auswanderer, das andere Ende die auf der Kaje stehende Verwandten und Freunde. Sobald das Schiff losfährt, werden sich die Papierschlangen straffen und irgendwann reißen ... Eine Kapelle spielt 'Muss i denn, muss i denn, zum Städtele hinaus...' (Das Buch zum Deutschen Auswandererhaus)

Galerie der sieben Millionen

Auf Knopfdruck erzählen die Auswanderer, wie ihnen zumute ist, woher sie kommen, was sie erhoffen, welches Heimweh sie quält. Persönliche Biografien begleiten den Besucher auf der Eintrittskarte, dem "Boarding Pass". Mit dieser iCard lassen sich elektronisch überall Informationen abrufen.
In der "Galerie der sieben Millionen" locken Hunderte von kleinen und großen Schubladen zum Aufziehen. Drinnen sind Informationen über die individuellen Lebenswege und Schicksale der Auswanderer gesammelt, 2000 Biografien, dazu Erinnerungsstücke, Fotos, Briefe, Pässe, Dokumente.

Not und Abenteuerlust

In zahlreichen Hörbuchten werden historische Hintergründe der unterschiedlichen Auswanderungswellen erläutert - von 1830 bis 1974, als das letzte Auswandererschiff in Bremerhaven ablegte. In der Regel waren es wirtschaftliche Gründe und vor allem Arbeitslosigkeit, warum man die Heimat verließ. Manchmal trieb auch die pure Abenteuerlust in die Ferne.

Schwankendes Schiff

Die lange Gangway geht es hinauf aufs Schiff, die Kaje zu Füßen. Ein letzter Blick hinab zu Freunden und Verwandten, vor der Reise in eine ungewisse Zukunft. Maschinen stampfen, der Boden schwankt, beim Blick durch das Bullauge stellen sich leichte Gleichgewichtsstörungen und in den engen Schlafsälen der 3. Klasse Beklemmungen ein.

Sicht der "kleinen Leute"

Der Rundgang führt durch original gestaltete Schlaf- und Speisesäle unterschiedlicher Schiffstypen, zeigt Maschinenraum, Bad, Toilette und enge Kojen, grob aus Holz gezimmert. Überall sind Dokumente, Berichte, Briefe und Tagebuchnotizen zu lesen oder akustisch abzurufen, die die Überfahrt aus Sicht der "kleinen Leute" illustrieren.

Insel der Tränen

Erst in Ellis Island, auf der "Insel der Tränen" kurz vor New York, entscheidet sich, wer bleiben darf und wer nicht, wer medizinische Untersuchung und Befragung der Inspektoren erfolgreich übersteht. Ob man es selbst geschafft hätte? Originalfragen laden zu einem Test ein.
16,5 Millionen Menschen mussten von 1892 bis 1924 allein in Ellis Island die Einwanderungsprozeduren über sich ergehen lassen. Gut, wer Verwandte oder Freunde in den USA hatte, die seit der Einführung des "Quota Act" zur Eindämmung der Einwandererzahlen für die Neuankömmlinge bürgen konnten.

Reise in authentischer Kulisse

Der Gang durch das Auswandererhaus in Bremerhaven ist eine kleine Reise in authentischen Kulissen, die sinnlich erlebbar machen, wie sich Menschen im 19. und 20. Jahrhundert gefühlt haben müssen als sie ihre Heimat verließen. Nicht alle haben in der Neuen Welt ihr Glück gemacht, aber für viele wurden Märchen wahr.
Biografien und eine Fülle zusätzlicher Informationen sind im "Buch zum Deutschen Auswandererhaus" nachzulesen. Und wer der eigenen Familiengeschichte auf die Spur kommen möchte, kann im "Forum Migration" in genealogischen Datenbanken recherchieren.