Museen Bremerhaven


Klimahaus –
Bremerhaven 8° Ost


Bild der Ausstellung Klimahaus Bremerhaven 8 Grad Ost, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremerhaven
Klimahaus Havenwelten

Öffnungszeiten:
April - Oktober:
Mo - Fr 9 - 19 Uhr
Sa, So 10 - 19 Uhr
Nov. - März:
Mo - So 10 - 18 Uhr


Bild der Ausstellung Klimahaus Bremerhaven 8 Grad Ost, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremerhaven
"Auf Samoa"








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"Klimahaus - Bremerhaven 8° Ost"

In den Havenwelten am Weserufer

Bob Geldof, irischer Musiker und Umweltaktivist, gab dem Klimahaus Bremerhaven 8° Ost bei der Eröffnung eine wirkungsvolle Schlagzeile mit auf den Weg: "Das Klimahaus ist ein Liebesbrief an den Planeten."

Gestrandet in den "Havenwelten"

In jedem Fall ist es ein ehrgeiziges Projekt, das den Klimawandel und seine katastrophalen Folgen in bemerkenswerter Genauigkeit veranschaulicht. Das imposante Gebäude ähnelt einem überdimensionalen Schlauchboot aus Glas und Stahl, gestrandet zwischen Shoppingzentrum "Mediterraneo" und "Sail-City".
Drinnen steht der Besucher zunächst im lichten Raum des großzügigen Foyers mit einer Freitreppe hinauf zu den verschiedenen Ausstellungsbereichen.

Reise um die Welt

Hauptattraktion ist natürlich die Reise um die Welt, entlang des 8. Längengrads: Über die Schweizer Berge geht es nach Sardinien, in den Niger, nach Kamerun, in die Antarktis, auf die Südseeinsel Samoa, nach Alaska, auf die die Nordsee-Hallig Langeneß und wieder zurück nach Bremerhaven. Dabei werden unterschiedliche Vegetationen und Klimazonen durchquert, Flusslandschaften, Wüsten, Urwald und Gletscher.

Mit allen Sinnen

Man steht in einer rumpelnden Seilbahn, stolpert über glitschige Wege und ausgetrocknete Ackerböden, balanciert auf schwankender Hängebrücke, duckt sich in niedrigen Zelten und Lehmhütten - das alles ist sinnlich und hautnah erlebbar. Über die Schweizer Almwiese an der Wand zieht der Dunst von Kuhdung, auf der sardischen Wiese duften Kräuter, im Zelt der Tuareg kommt man beim Palaver über Mann und Frau ins Schwitzen, in der Antarktis bläst ein eiskalter Wind, der Marsch durch den tropischen Regenwald ist schweißtreibend und labyrinthisch.

Authentische Lebenswelten

Unterwegs trifft man Menschen, die in diesen Regionen leben und arbeiten und mit den globalen Klimaveränderungen fertig werden müssen. Während einer realen Reise um die Welt, die das Klimahaus-Team zusammen mit Axel Werner, einem Globetrotter und Architekten, ein Jahr lang unternahm, wurde umfangreiches Foto- und Filmmaterial gesammelt, das die Lebenswelten dieser Menschen dokumentiert und illustriert. Hinzu kommen Gespräche und Interviews. Entstanden ist inszenierte Wirklichkeit und ein weitgehend authentisches Bild ihrer Lebensverhältnisse.

Information im Überfluß

Die Anzahl der Exponate und Audiostationen ist üppig, fast erschlagend. Wollte man alles lesen oder hören, man bräuchte weit mehr als einen Tag, um durchzukommen. Vor allem aber würde man den "Fluss" des Besucherstroms stoppen. Das könnte eng werden, denn eng ist es ohnehin an vielen Stellen.
Das Lesen der Texttafeln ist bislang eine Zumutung: Mit reflektierender Oberfläche sind sie nur schwer zu entziffern, zum Teil zu wenig beleuchtet. Einen Katalog zum Nachlesen gibt es leider nicht. Aber vielleicht ändert sich das in den nächsten Monaten.

Eindrucksvolle Installationen

Wirklich eindrucksvoll sind auf den 11.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche die großzügigen Installationen mit begleitenden Videofilmen: eine bizarre Wüstenlandschaft mit einem verdorrten Bäumchen, auf das alle 12 Minuten ein Wassertropfen fällt, Landschaft und Meer auf Sardinien, die vereiste Antarktis, Kameruns Flußlandschaft und die Südsee-Idylle auf Samoa. In den vielen engen Gängen dazwischen dürften von Platzangst geplagte Menschen es manchmal schwer haben.

Pädagogik ohne Zeigefinger

Drei weitere Bereiche ergänzen die Weltreise - mit Spielen, Experimenten und interaktiven Exponaten. Auf vier Ebenen geht es um die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft und in weiteren Bereichen um aktuelle Klimaforschung, Perspektiven und Chancen für den blauen Planeten.
Viel Stoff (im Juli zum Teil noch in Arbeit) zum Sehen, Fühlen, Lesen, Lernen und Experimentieren. Wenn die gravierenden Mängel mal beseitigt sind, dürfte der jetzt schon lehrreiche Besuch im Klimahaus ein Vergnügen werden.